Der Auslöser für die Konzipierung dieser Website waren die Erlebnisse meiner aktiven Zeit als Musiker und danach die Zeit der jazzhistorischen Projekte ab 1997.

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Pressefoto: HAZ-Bericht 14. 02. 2007

Es war jene Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, da die Sender British Forces Network (BFN) oder American Forces Network (AFN) ein tolles Jazz-Programm boten: Die Bands von Benny Goodman, Count Basie, Woody Herman oder auch „Norman Granz presents „Jazz at the Philharmonic“ faszinierten mich. Der Swing war das Ding! Ich schaffte mir eine eigene musikalische Welt – eine Gegenwelt zum damals grassierenden Schlager! Und dann gab es noch den Freundeskreis um meinen Bruder Wolfgang: In den 1950er Jahren trafen sich die großen Jungs alle zwei bis drei Wochen in den elterlichen Wohnungen zur so genannten „Platten-Session“– sehr cool!

Unsere Tontechnik war eher bescheiden: Sie bestand aus einem Blaupunktradio - vermutlich gegen Ende der 30er Jahre gebaut - einem schwarzen Bakelit-Würfel mit abgerundeten Kanten und was, natürlich wichtig war, mit Anschluss-Möglichkeit für einen Plattenspieler, schon damals mit einem elektromagnetischen Abtastsystem.

So kurz nach dem Krieg war es in Deutschland schwierig, ja fast unmöglich, an amerikanische Schallplatten heranzukommen. Aber wir hatten Glück! Durch einen Kontakt in die Vereinigten Staaten kamen wir an alte und aktuelle Produktionen. Unsere „Platten-Sessions“ begeisterten mich so, dass ich unbedingt selbst Schlagzeug spielen wollte. Die Grundlage bildete – natürlich! – eine amerikanische Schlagzeugschule von Gene Krupa „The Science of Drumming“ aus dem Jahre 1946. Später nahm ich dann „richtigen“ Unterricht bei einem studierten Musiker, weil ich nicht nur die Technik beherrschen, sondern auch Arrangements vom Blatt spielen wollte.

Durch einen Kontakt in die Vereinigten Staaten kamen wir an alte und aktuelle Produktionen. Unsere „Platten-Sessions“ begeisterten mich so, dass ich unbedingt selbst Schlagzeug spielen wollte. Die Grundlage bildete – natürlich! – eine amerikanische Schlagzeugschule von Gene Krupa „The Science of Drumming“ aus dem Jahre 1946. Später nahm ich dann „richtigen“ Unterricht bei einem studierten Musiker, weil ich nicht nur die Technik beherrschen, sondern auch Arrangements vom Blatt spielen wollte.

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Aegi-Theater Hannover, 23. Oktober 1953
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Studio-Jazzkonzert des Hot Club Hannover mit der New Jazz Group Hannover und dem Starlight Swingtet in der Musikakademie am 20. Dezember 1954.

In den 1950er und 1960er Jahren habe ich dann als Schlagzeuger in mehreren Combos und Big-Bands gespielt - mit tollen Musikern. Mit dem „Starlight Swingtet“ traten wir auf dem Amateur-Jazzfestival 1955 in Düsseldorf auf.

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Starlight Swingtet im tabu-hannover, Anfang der 1950er Jahre. Besetzung: Bernd Fischer (as&cl), Jürgen Ehlers (p), später Bass, Jürgen Sprotte (gt), Gerhard Evertz (dr) und Karl-Friedrich Hintz (b).

Es war für mich eine aufregende, freie Zeit – heilsam nach den Jahren des Krieges für einen jungen Mann wie mich. Und doch entschied ich mich gegen das verlockende Angebot, mit der Band „Black and White“ auf Tournee zu gehen. Der Grund war: eine Frau. Meine spätere Frau, für die ich ein verlässlicher Partner sein wollte. Schweren Herzens gab ich das Profi-Musizieren auf - und mein beruflicher Werdegang verlief von da an in völlig anderen Bahnen.

Viel später jedoch knüpfte ich an die Zeit der vielen Bühnenauftritte an: Der Jazz ließ mich nie los. Ich begann zu recherchieren und zu sammeln, dann zu schreiben und zu veröffentlichen: Aus dem Drummer von einst ist ein Jazz-Historiker geworden. Mittlerweile ist mein kleines Büro, völlig „zugewachsen“ mit Artikeln, Fotos und Dokumenten.

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Die Hannoversche Allgemeine Zeitung veröffentlichte dieses Foto mit einem Bericht am 28-08-2001. Foto: Harald Koch

2004 war das Startjahr für die erste Buchveröffentlichung nach einer langen Zeit der Recherche, der Buchgestaltung, der Bildbearbeitung bis hin zur Erstellung der Druckvorstufe.

Hannover - ein Stück Jazzgeschichte

Mit diesem Buch oder besser gesagt, mit dieser Dokumentation, wurde der Versuch unternommen, die Jazz-Szene Anfang der 40er Jahre und insbesondere ab dem Gründungsjahr des hot club hannover bis Mitte der 60er-Jahre einmal intensiver zu beleuchten. Wobei der Zeitraum nicht sehr genau genommen wurde.

Zum Zeitpunkt der Projekt-Entwicklung gab es keine Publikation mit dem Anspruch einer umfassenden Darstellung über das swing- und jazzhistorische Geschehen in und um Hannover des oben genannten Zeitraums.

Diese Dokumentation soll einmal mehr die kulturelle Bedeutung des Jazz unserer Stadt hervorheben, die in der heutigen, aktuellen Lage wohl unbestritten ist. Aber alles hat seinen Anfang. Jede gute Idee braucht auch Taten. Und zur Umsetzung bzw. Realisierung waren Menschen erforderlich, die mit viel Mut und wenig Geld, die Idee Jazz Wirklichkeit werden zu lassen.

Hannover – ein Stück Jazzgeschichte – Eine musikalische Zeitreise

2007, danach dann die Veröffentlichung einer Doppel-CD mit dem Titel „Hannover - ein Stück Jazzgeschichte. Eine musikalische Zeitreise". Sozusagen “Hanover a History of Jazz”.

Zeitgleich mit der Recherche zum gleichlautenden Buch von 2004 „Hannover - ein Stück Jazzgeschichte" habe ich Tondokumente gesammelt, die ich zum Teil unter schwierigen Umständen beschaffen konnte. Viele der mir bekannten Titel von hannoverschen Komponisten und Musikern sind bei den Sendern vernichtet worden. Dennoch wurde ich bei einigen Radiostationen fündig, die ich im Einzelnen kenntlich gemacht habe. Die vielen Tondokumente wären nicht zustande gekommen, wenn mir die Musiker der damaligen Jazz-Szene nicht ihre kleinen und großen Archive geöffnet hätten. Es sind zum Teil wertvolle und noch nicht veröffentliche Aufnahmen. Vielen Dank dafür!

Leider sind einige Aufnahmen nach heutigen Maßstäben der modernen Aufnahmetechnik qualitativ schlecht. Das hing zum Teil mit den damaligen Aufnahmetechniken zusammen.

Tonbandgeräte der ersten Stunde, Aufnahmegeräte mit Draht statt Tonband, Mitschnitte auf Platten, die aus Aluminium mit einer dünnen Lackschicht bestanden und noch einige 78er-Platten, die mit der dicken Nadel abgespielt werden mussten. Bei der überaus großen Zahl der von mir archivierten Tondokumente war die Auswahl für diese CDs schwierig.

Sicherlich werden Ihnen die eine oder andere Band und die Musikernamen fehlen. Das beruht zum einen auf einer nicht vorhandenen, mir unbekannten Fundstelle und darauf, dass ein gewisser Umfang für die CDs nicht überschritten werden kann. Dennoch hoffe ich, dass Sie beim Hören dieser alten Aufnahmen sich in die damalige Zeit versetzt fühlen.

Hannover - ALL THAT JAZZ

lautet der Titel des 200 Seiten starken Buches, das die Entwicklung des Jazz im Allgemeinen sowie des Jazzclubs Hannover im Besonderen beschreibt. Herausgegeben wurde es vom Kurt-Schwitters-Gymnasiums Misburg, Hannover in Kooperation mit mir. Viele Bild- und Textunterlagen konnte ich bedingt durch mein umfangreiches Archiv in das Projekt einfügen. Bedingt durch Klausuren konnten leider nur zwei Schüler an dem Projekt mitarbeiten. Von daher lagen die Umsetzung des Projektes, das Design, Bildbearbeitung und die Druckvorstufe in meinen Händen.

„All that Jazz“ enthält viele – z. T. unbekannte – Fotos, in denen sich die Geschichte des Jazz, seiner Stile und seiner Musiker spiegelt. Die berühmtesten Jazzer der Welt waren schon zu Gast in der niedersächsischen Landeshauptstadt, spielten im Club am Lindener Berge, auf dem Trammplatz vor dem Rathaus oder in der Stadthalle.

Miles Davis und Dizzy Gillespie, Duke Ellington, Count Basie und viele andere Jazzlegenden, die in Hannover auftraten, werden in dem Buch portraitiert.

Vor dem Hintergrund der Entwicklung des Jazz im 20. Jahrhundert – auch der Swing-Ära während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft – entfaltet sich den Lesern ein kleines Panorama des Jazz.

Ein besonderer Schwerpunkt des Buches widmet sich der Entstehung der hannoverschen Jazzszene. Die Anfänge der Swing- und Hot-Clubs, die Gründung des Jazzclubs und seine Entwicklung bis zur aktuellen Situation zu Beginn des 21. Jahrhunderts werden kenntnisreich und ausführlich beschrieben und dokumentiert. Hinweise auf wichtige Publikationen runden den Band ab.

Das Buch vermittelt Einsichten, warum diese Musik zum Lebensgefühl Hannovers gehört, weshalb sie so viele Menschen fasziniert und Generationen verbindet. Es verdeutlicht, warum das so ist und was das ist: All that Jazz.

Heinz Both – Sein Leben – Seine Musik

2011 habe ich eine Dokumentation über einen lieben Freund und hervorragenden Musiker und Pädagogen, Heinz Both herausgegeben.

Wer den Musiker, Komponisten und Lehrer Heinz Both näher kennen gelernt hat - der weis, dass Glenn Miller, Benny Goodman und die vielen Größen des Jazz, ihn bei seiner Arbeit maßgeblich beeinflusst haben. Und er machte noch zusätzlich in Trossingen Examen für Akkordeon und Klarinette, gründete 1955 eine eigene Musikschule und folgte zehn Jahre später einem Ruf der damaligen Jugendmusikschule Hannover als Pädagoge. Mit ihm konnte ich mich im Quartett 2001 an dem Dokumentarfilm „It don’t mean a thing i fit ain’t got that swing“ beteiligen.

2003 dann die Fernsehdokumentation „Georgspalast (GOP) Glanz, Glamour und Geschichte“.

Jutta Hipp

Das Buchgeschenk „Jutta Hipp“ und eine Rezension gaben den Anstoß für die Sendungen im Deutschlandfunk und im SWR3. Auch beim Berliner Jazzfest 2012 kam es zur Erwähnung. Wie Sie sicherlich wissen, endete ihr musikalischer Lebensweg tragisch.

Neben Katja von Schuttenbach, die ihre Magisterarbeit über Jutta Hipp geschrieben hat haben wir nun Ilona Haberkamp, die ein tolles CD- Projekt „ Cool is Hipp is cool-A Tribute To Jutta Hipp“ auf den Musikmarkt gebracht hat, als Freundin gefunden.

Neben ihrem wunderbaren Projekt „I remember Paul“ nun die auffallend wunderschöne Musik auf ihrer CD „A Tribute To Jutta Hipp“.

Gudrun Becker – Jazz war ihr Leben

2012 eine kleine Dokumentation als Buchgeschenk über Gudrun Becker, eine grandiose Jazzsängerin. Ich hatte das Glück mit ihr Aufnahmen im Trio zu machen.

So ist das mit der Vergangenheit. Irgendwann holt sie uns ein.

Die damalige Freundin von Gudrun gab mir den Anstoß für das kleine Buch. Sie war mit in dem Unfallauto schwer verletzt und hatte Glück. Gudrun starb nach Tagen im Krankenhaus. Sie wurde nur 23 Jahre alt.

Diese kleine Dokumentation „Gudrun Becker – Jazz war Ihr Leben“ soll an sie erinnern. Allerdings war zum Zeitpunkt der Titel-Kreation für das Büchlein Gudruns bestreben, in die profitable Schlagerbranche einzusteigen, mir so nicht bewusst. Sie hatte noch um 1961 sechs Titel mit der SFB-Big Band aufgenommen. Alle sind dem Genre Schlager zuzuordnen. Zu diesem Zeitpunkt gibt es auch noch ein Interview im Rahmen der Sendung SFB-Treffpunkt Interview/Funkhaus mit Gudrun Becker. Für die musikalische Umrahmung sorgten Ack van Rooyen (tp), Stephan von Dobrzynski (ts), Heinz Kitschenberg (gt&arr), Manfred Hübler (p), Jürgen Ehlers (b) und Joe Harris (dr). Mit Hübler und Ehlers habe ich noch heute Kontakt. In den 1950er Jahren spielte ich mit den Musikern Hübler, Ehlers und Kitschenberg in der hannoverschen Jazz-Szene.

North Sea Jazz Festivals – 2003 bis 2010

Mit einem Jazzfotografen und einem Journalisten habe ich eine kleine Dokumentation über die North Sea Jazz Festivals – 2003 bis 2010 konzipiert und drucken lassen. Ursprünglich wollte ich Daten, Fakten und Bildmaterial über den Gründer und das Management mit veröffentlichen. Es war Material, das bereits vom Management veröffentlicht wurde. Ich erhielt keine Freigabe. Somit musste ich den Umbruch und alles was daran hängt komplett ändern. Nun ist das Druckwerk da.

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Pressefoto: HAZ-Bericht 14. 02. 2007

Viele Kontakte zu Machern und Musikern konnte ich in jener Zeit knüpfen. Eine Zeit in die Vergangenheit mit unvergesslichen Erlebnissen.

Ich bin glücklich, wenn ich jüngeren „Kollegen“ und allen Interessierten etwas über die Geschichte des Jazz berichten kann. Das möchte ich mit dieser Website erreichen.